Boccia begeisterte wieder beim 6. Inklusiven Sportfest

Boccia begeisterte wieder beim 6. Inklusiven Sportfest

Schon beim allerersten Inklusiven Sportfest 2019 war Rollstuhl-Boccia – auch Para-Boccia genannt – mit dabei. Und das aus gutem Grund: Kaum eine andere Sportart ist so niedrigschwellig, dass wirklich (fast) alle mitmachen können. Auch beim 6. Inklusiven Sportfest war Boccia wieder Teil des Programms – und erfreute sich reger Nachfrage.

Boccia gehört seit 1984 zum paralympischen Programm und wird in der Regel in der Halle gespielt. Beim Sportfest haben wir auch diesmal eine Freiluft-Variante organisiert. Der Präzisionssport erfordert hohe Koordination, Taktik und Konzentration. Abhängig von den individuellen Einschränkungen kann beim Wurf sogar die volle Kraft gefragt sein.

Die Regeln sind schnell erklärt: Zunächst wird der Jackball, ein weißer Zielball, ins Spielfeld geworfen. Danach versuchen beide Seiten, ihre eigenen Bälle näher an den Jackball zu platzieren als die Gegner. Die Bälle können geworfen, geschossen oder über eine Rampe gerollt werden. Für jeden Ball, der näher am Ziel liegt als der nächste Ball des Gegners, gibt es Punkte.

Die Einteilung erfolgt in vier Wettkampfklassen, basierend auf den individuellen Einschränkungen – eine geschlechtliche Trennung gibt es nicht. In zwei der Klassen dürfen Assistenten beim Werfen oder beim Ausrichten der Rampe unterstützen. Para-Boccia wird vor allem von Menschen mit Zerebralparese, Muskelatrophie, Muskeldystrophie oder Tetraplegie gespielt, ist aber auch für viele andere Behinderungsarten geeignet. Die Bälle können mit der Hand, dem Fuß oder über eine Rampe bewegt werden, was den Sport besonders inklusiv macht. Sogar für Menschen mit Sehbehinderung gibt es Möglichkeiten, das Spielgeschehen mit Touch-Boards erfahrbar zu machen.

Wie schon in den vergangenen Jahren wurde das Boccia-Angebot von den Rhinos organisiert. Der Leipziger Verein hat seit 2019 eine eigene Boccia-Abteilung – die Boccia Rhinos. Trainiert wird montags und donnerstags von 18:45 bis 20:15 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Gießerstraße, 04177 Leipzig. Wer Lust hat, selbst einmal Boccia auszuprobieren, findet alle Informationen hier: www.sv-rhinos.de/leipzig/abteilungen/boccia

Hier einige Eindrücke vom Boccia beim 6. Inklusiven Sportfest (Fotos: Martin Stein / Frank Urbansky):

Sitzvolleyball wieder Magnet beim Inklusiven Sportfest

Sitzvolleyball wieder Magnet beim Inklusiven Sportfest

Beim 6. Inklusiven Sportfest stand auch wieder Sitzvolleyball auf dem Programm – eine Sportart, die für alle zugänglich ist und beim diesjährigen Fest besonders viele Fans gefunden hat. Organisiert wurde sie erneut von den erfahrenen Sitzvolleyballerinnen und Sitzvolleyballern des LBRS, die seit vielen Jahren aktiv sind (mehr dazu hier: LBRS Sitzvolleyball).

Der LBRS ist zugleich sächsischer Landesstützpunkt für Sitzvolleyball. Das Team trainiert zweimal wöchentlich unter Trainer Christoph Herzog. Donnerstags zwischen 17:15 und 20:15 Uhr treffen sich die Breitensportlerinnen und Breitensportler in der Sporthalle der Johonna Moosdorf Schule, Philipp-Rosenthal-Straße 61, 04103 Leipzig. Gespielt wird in Turnierform, wobei Alter, Geschlecht und Behinderungsgrad keine große Rolle spielen – entscheidend sind Teamgeist, Handlungsschnelligkeit und Taktik.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Internationalen Trainerkurses (ITK) probierten zum Inklusive Sportfest Sitzvolleyball mit großer Begeisterung aus – und sorgten für eine tolle Stimmung auf dem Feld.

Sitzvolleyball unterscheidet sich in einigen Punkten vom „normalen“ Volleyball: Das Spielfeld ist kleiner (10 × 6 Meter statt 18 × 9 Meter), die Angriffslinie ist nur zwei Meter lang, und die Netzhöhe ist niedriger (1,15 m bei Männern, 1,05 m bei Frauen – da wir mixed gespielt haben, war das für uns nebensächlich). Der Aufschlag darf geblockt werden, und nur das Berühren der oberen Netzkante gilt als Fehler.

Hier einige Eindrücke (Fotos: Frank Urbansky / Martin Stein):

 

Street Racket rockt das Inklusive Sportfest

Street Racket rockt das Inklusive Sportfest

Als eines der neuen Highlights des 6. Inklusiven Sportfests in Leipzig am 16. August 2025 trat Street Racket Mitteldeutschland zum ersten Mal dort in Erscheinung – und traf mitten ins Herz der Inklusion! Auf dem Sportcampus des BBW Leipzig versammelten sich Menschen mit und ohne Behinderung, um in insgesamt 18 Wettkämpfen ihre Begeisterung zu teilen: von Rugby und Schach bis hin zu Sitzvolleyball, Fechten und eben Street Racket

Das Ziel von Street Racket – „Begegnung durch Bewegung“ – wurde beim inklusiven Sportfest eindrucksvoll erlebt. Die Teilnehmenden zeigten, wie flexibel, niedrigschwellig und einfach zugänglich dieses Racketsportkonzept ist – perfekt für alle Altersgruppen und Fähigkeiten. Selbst inmitten von Rollstuhlrugby, Boccia oder Therapie-Eseln passte Street Racket nahtlos ins inklusive Sportprogramm.

Ein großes Dankeschön geht an Street Racket Mitteldeutschland, Lizenzpartner des Schweizer Bewegungskonzepts, für ihren überzeugenden Einsatz. Als Ansprechpartner für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bringen sie die einfache, inklusive und bewegende Energie von Street Racket in unsere Region – und jetzt auch auf das Leipziger Inklusive Sportfest.

Hier einige Eindrücke (Fotos: Frank Urbansky / SFA):

Unsere Therapieesel – Eine herzerwärmende Premiere!

Unsere Therapieesel – Eine herzerwärmende Premiere!

Am 16. August 2025 durften die Therapieesel – knuddelige Minizwergesel vom Eselhof Blumenwiese – ihren großen Auftritt beim 6. Inklusiven Sportfest auf dem Sportcampus des BBW Leipzig erleben – ein Highlight, das vielen Besuchenden ein breites Lächeln ins Gesicht zauberte!

Nach dem Eröffnungsprogramm und diversen Turnieren – Schach, Rugby, Tischtennis und mehr – luden die Therapieesel zur Ruhe und sanften Begegnung ein.  Um 13 Uhr standen sie mitten im Programm: Kleine Hände türmten sich zum Streicheln auf, Augen strahlten im Staunen, Erwachsene blieben stehen, um den sanften Umgang mit den Eseln zu genießen. Die Mini‑Zwergesel verliehen dem Sportfest eine ganz besondere Wärme und Nähe.

Ein riesiges Danke geht an den Eselhof Blumenwiese für dieses zauberhafte Engagement. Eure Esel haben an diesem Tag Brücken gebaut: Zwischen Generationen, Bewegungsfreude und Behaglichkeit, zwischen Inklusion und tierischer Zuneigung. Ein wahrhaft kraftvolles Statement für ein inklusives Miteinander – mit vierbeiniger Unterstützung!

In der Slideshow könnt ihr einige Eindrücke von den Therapieeseln bekommen (Fotos: Bianka Barth, Martin Stein, Frank Urbansky).

Keine Mitfahrchance für Rollies?

Keine Mitfahrchance für Rollies?

Quelle: Jwaller / wikimedia / Lizenz unter CC BY-SA

Heute posten wir keine Bilder vom Sportfest. Wir erzählen eine Geschichte (in einfacher Sprache). Sie ist am Tag des Inklusiven Sportfestes (16.08.25) passiert.

Drei Rollstuhlfahrer haben das Sportfest besucht. Sie möchten mit dem ÖPNV zurück zur Stadt fahren. Auf der Linie 3 von Knautkleeberg herrscht Schienenersatzverkehr. Im Bus gibt es nur zwei Plätze für Rollstuhlfahrer. Sie möchten aber zusammenbleiben.

Deshalb wollen sie die Regionalbahn gegen 16:00 Uhr vom Bahnhof Knauthain nehmen. Sie schaffen es zum Zug. Sie brauchen Hilfe um in den Zug zu kommen. Der Abstand zwischen Bahnsteig und Tür ist zu hoch. Eine Frau will sie in den Zug ziehen. Da kommt der Zugbegleiter.

Er sagt, dass es zu gefährlich ist, die Rampe für Rollstuhlfahrer auszufahren. Er lässt die Tür schließen. Der Zug fährt ab. Die drei Rollstuhlfahrer bleiben am Bahnsteig stehen.

Wir vom Sportfest sind entsetzt. Und wir möchten das Vorgehen aufklären. Deshalb suchen wir weitere Augenzeugen und vor allem die drei Rollstuhlfahrer.

Bitte meldet euch, damit wir mit der Bahn in Kontakt treten können.

Das sollte nicht so stehen bleiben!

Teilt bitte diesen Betrag, damit wir alle finden.